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Afrika 10

Zum 10. Mal in Afrika

Ägypten 5. bis 13. Juni 2008


Donnerstag, 5. Juni 2008

Nach neunmaligem Aufenthalt im südlichen Afrika sollte es heute erstmals in den Norden des Kontinents gehen. Um 13.30 Uhr brachte uns ein Nachbar nach Gelnhausen. Von dort ging es mit der Bahn über Frankfurt zum Flughafen Düsseldorf weiter. Dort traf ich dann noch einen langjährigen Freund, bevor es um 20.10 Uhr mit TUIfly Richtung Luxor losging.

Der Flug sollte etwa fünf Stunden dauern. Ich nutzte die Zeit vor allem, um Podcasts zu hören. So wurde es nicht langweilig. Lediglich der erste Akku des Nokia E90 Communicators machte kurz vor der Landung schlapp, obwohl ich im ICE zwischen Frankfurt und Düsseldorf noch einmal nachgeladen hatte. Der Akku litt wohl etwas darunter, dass ich im ICE und am Flughafen Düsseldorf per WAP-Liveticker die French Open mitverfolgte.

Die Einreise in Ägypten gestaltete sich deutlich unproblematischer als gedacht. Visum in den Pass, dem Grenzbeamten gezeigt und weiter zum Bus, der uns zum Schiff für die gebuchte Nil-Kreuzfahrt bringen sollte. Es ging alles in allem und trotz ähnlichem Andrang an den Schaltern deutlich schneller als beispielsweise eine Einreise in die USA oder teilweise auch nach Südwestafrika.

Ich nutzte die Zeit am Flughafen und im Bus, um erste Mobilfunk-Erfahrungen zu sammeln. Einsetzen wollte ich hauptsächlich die SIM-Karten von solomo (Nokia E51) und United Mobile Liechtenstein (Nokia E61i). Zusätzlich halte ich für SMS-Empfang (wegen gebuchter Infodienste) die o2-Karte im Nokia E90 auf Empfang.

solomo buchte sich zunächst in kein Netz ein. Erst die manuelle Auswahl der Auslands-IMSI und die manuelle Netzwahl (MobiNil) halfen weiter. Neben der Telefonie und SMS funktioniert GPRS-Internet, so dass ich innerhalb weniger Minuten nach der Landung auch online war.

United Mobile buchte sich zunächst bei Etisalat und später bei Vodafone ein, wobei im Vodafone-Netz auch Datendienste funktionieren. Ein späterer Test auf dem Schiff (Pioneer 2) zeigte, dass Etisalat und Vodafone in Luxor sogar UMTS haben. MobiNil hat nur GSM. Als einziger Netzbetreiber ist Etisalat auch mit EDGE vertreten.

Die Schiffskabine ist recht geräumig und ähnlich wie ein normales Hotel-Zimmer. Allerdings gibt es nur eine wirklich brauchbare Steckdose. Das ist für meine Verhältnisse etwas wenig. Kurz vor dem Schlafengehen (immerhin schon weit nach 4 Uhr Ortszeit, die der osteuropäischen Zeit entspricht), schaltete ich noch kurz den Degen DE1103 ein. 6075 Enter - und siehe da, die Deutsche Welle war mit O=3-4 zu hören.

Freitag, 6. Juni 2008

Irgendwie war ich heute zu früh wach und doch zu spät. Das erste Mal machte ich glaube ich schon vor 7 Uhr die Augen auf. Ich schlief aber wieder ein und als ich dann endgültig wach war, war es bereits 08.55 Uhr. Jetzt war Beeilung angesagt, denn Frühstück gab es nur bis 09.30 Uhr.

Das Schiff sollte um 08.00 Uhr ablegen und in der Tat, wir waren bereits unterwegs. 3G-Mobilfunkversorgung gab es nicht mehr, aber die GSM-Versorgung war auf der ganzen Fahrt  heute sehr gut. MobiNil hinterließ "gefühlt" einen etwas besseren Eindruck als Vodafone, das aber auch durchgehend zu empfangen war. Etisalat hatte ich nicht beobachtet.

Beim Frühstück dann auch das erste eingehende Gespräch aus Deutschland:  Henning - wie könnte es anders sein - rief auf der United-Mobile-Nummer an und kam auch mit Rufnummernübermittlung durch. Er berichtete, dass er es vorher auch schon auf solomo versucht hat. Dort kam jedoch nur die Ansage, der zufolge die Rufnummer nicht bekannt ist. Wenige Minuten später versuchte er es erneut. Dieses Mal klappte es sofort. Auch hier wurde die Nummer übermittelt.

Die Sprachqualität war bei solomo/MobiNil etwas besser als bei United Mobile/Vodafone Egypt. Dafür war die Übertragung leicht zeitverzögert. Das war bei United Mobile nicht der Fall. Später testete ich mit Henning noch den SMS-Austausch von T-Mobile zu solomo und umgekehrt. Es klappte in Echtzeit. Dafür konnte ich Carmen auf o2 vormittags keine SMS schicken, während es in der Nacht problemlos funktioniert hatte.

Nach dem Frühstück erkundete ich das Schiff und machte erste Fotos. Dann ging es nach oben zum Sonnendeck, wo einem zum ersten Mal so richtig das Klima begegnet. Das Schiff ist sehr gut klimatisiert, so dass man von der Außentemperatur nicht viel mitbekommt. Die Hitze spielt hier nochmals in einer anderen Liga als beispielsweise in der Namib oder in der Kalahari. Selbst unter den Sonnenschirmen ist es im ersten Moment nahezu unerträglich heiß. Man gewöhnt sich aber recht schnell daran und so wagte ich mich bald auch in die Sonne, um Fotos zu machen.

Die Landschaft ist atemberaubend. Es ist etwas völlig anderes als das südliche Afrika. Das Ufer ist weitgehend grün und nur ab und zu entdeckt man, dass die Sahara nicht weit ist. Am Ufer stehen viele Palmen, teilweise kommt es mir etwas urwaldmäßig vor, so wie man es in der Äquatorgegend erwarten würde. Immer wieder gibt es auch kleine Ortschaften. Die Häuser sind im typischen arabischen Baustiel. Man erkennt, dass die Straßen weitgehend asphaltiert sind. Das hat man in Südwest außerhalb der Städte nicht immer.

Um 11.00 Uhr rief der Reiseleiter zu einer Besprechung, um über das Programm und die Ausflüge zu informieren, die in den nächsten Tagen geplant sind. Ich buchte direkt auch alle optional angebotenen Ausflüge und Besichtigungen. Anschließend fotografierte ich wieder auf dem Sonnendeck. Wir passierten jetzt die Schleuse bei Esna.

Nach einem Mittagsschlaf gab es Kaffee und Gebäck auf dem Sonnendeck. Ich machte erneut viele Fotos. Gegen 18.00 Uhr legten wir in Edfu an. Wir verließen das Schiff und fuhren mit einem Bus quer durch die Stadt zum Horus Tempel. Schon die Fahrt durch die Stadt war sehr interessant. Es war ein Wahnsinnsleben auf den Straßen, sehr viele Leute waren unterwegs und liefen auch auf der Fahrbahn. Der Busfahrer war fast im 10-Sekunden-Takt auf der Hupe.

Nach etwa zehn Minuten erreichten wir den Tempel, wo wir eine Führung bekamen. Ich seilte mich jedoch vorzeitig ab, um zu fotografieren. Zwar sollte es nach der Führung dafür noch Zeit geben. Die Sonne stand aber schon recht tief, so dass Eile geboten war, um noch gute Fotos machen zu können. Die Anlage war sehr beeindruckend, zumal ich so etwas noch nie gesehen hatte. So verging die Zeit bis 20.15 Uhr (Rückfahrt zum Schiff) eigentlich viel zu schnell.

Beim Abendessen gab es unter anderem Nudeln und Pizza. Somit ist es selbst in einem arabischen Land für mich kompatibel. Das hätte ich nicht unbedingt erwartet.

Samstag, 7.  Juni 2008

Nach dem Frühstück verbrachte ich den Vormittag auf dem Sonnendeck. Heute wehte ein leichter Wind, so dass das Klima sehr angenehm war. Ich chattete mit Freunden aus Deutschland und fotografierte auf der Weiterfahrt nach Süden. Die Mobilfunkversorgung war weiterhin gut, wenn auch nicht ganz so stabil wie gestern. So gab es zumindest indoor das eine oder andere kleine Funkloch.

Nach dem Mittagsschlaf schaltete ich den Degen ein. Die Europa-Fern-Frequenzen der Deutschen Welle (13780 kHz) und von Österreich 1 International (13730 kHz) waren gut zu empfangen. Ansonsten hörte ich in die Mittelwelle rein, wo neben den lokalen Sendern aus Assuan und Edfu auch BSKSA aus Saudi-Arabien auf 594 kHz zu hören war.

Inzwischen hatte das Schiff Kom-Ombo erreicht. Man merkte, dass Assuan nicht mehr weit war, denn die im WRTH gelisteten lokalen UKW-Frequenzen aus Assuan waren bereits gut zu hören. Das Musikprogramm auf 89,0 MHz kam etwas verzerrt herein, was wohl an den 80-kHz-Filtern in meinem Empfänger liegt. Das englische Programm auf 92,1 MHz war in einwandfreier Qualität zu empfangen.

Am Sonnendeck konnte man bereits gut den Sobek Tempel sehen und auch fotografieren. Er befindet sich unweit des Nil-Ufers. Zwischendurch verfolgte ich per WAP die French Open und freute mich über den ersten Sieg von Ana Ivanovic in einem Grand Slam Turnier. Für 18.00 Uhr war dann die offizielle Besichtigung angesetzt. Ich setzte mich frühzeitig von der Gruppe ab, um alles in Ruhe zu fotografieren. Die Anlage war interessant, wenn auch nicht so groß wie gestern. So war noch etwas Zeit bis zum Abendessen, die ich zum Fotografieren des Sonnenuntergangs genutzt habe.

Das Abendessen wurde heute als Gala Diner bezeichnet. Das Restaurant bot eine Kerzenschein-Atmosphäre, dafür aber bis auf etwas Suppe und ein Brötchen nichts, was für mich essbar war. Vor allem aber zog es sich ewig in die Länge, so dass ich erst gegen 22.30 Uhr Gelegenheit hatte, mich wieder dem Empfänger zu widmen. Das Schiff war unterdessen unterwegs nach Assuan, wo wir kurz vor Mitternacht ankamen. Unterdessen wurde in der Schweiz die Fußball-Europameisterschaft eröffnet. Die Tschechei besiegte im Eröffnungsspiel die Schweiz mit 1:0. Ich freute mich.

Ich beobachtete mit dem Degen DE1103 vor allem die Mittelwellen-Skala, wo unter anderem Stationen aus Libyen, dem Sudan, dem Oman und aus Djibouti zu hören waren. Aber auch das Relais der Voice of America in Sao Tome oder die BBC und Trans World Radio kamen durch.

Mobilfunkmäßig war der Abend eine Katastrophe. Es wurde deutlich, dass die Roaming-Billig-SIMs zumindest in Ägypten nicht immer so funktionieren, wie sie eigentlich sollten. Großteils waren heute Abend weder mit solomo, noch mit United Mobile ein- und ausgehende Telefonate möglich. Auch die United-Mobile-Karte mit britischer Rufnummer funktionierte nicht besser. Lediglich der Daten-Betrieb lief weiter sehr zuverlässig.

In Assuan besserte sich die Situation und alle Karten funktionierten wieder so, wie sie sollen. Erstmals ist hier nun auch bei MobiNil ein UMTS-Netz zu beobachten. Auch die beiden anderen Netzbetreiber haben in Assuan UMTS. Während die United-Mobile-Karte im Vodafone-Netz UMTS-Betrieb macht, lässt MobiNil die solomo-Kunden nur ins GSM-Netz, nicht aber ins UMTS-Netz herein. Für Telefonie und SMS steht auch Etisalat zur Verfügung. Lediglich Daten-Betrieb ist nicht möglich.

Sonntag, 8. Juni 2008

Der heutige Tag begann bereits kurz nach 06.00 Uhr, also weit vor dem Wachwerden, aber bereits um 07.30 Uhr startete der Ausflug Richtung Assuan-Staudamm. Schon der Weg mit dem Bus durch die Stadt war sehr interessant. Am Staudamm selbst durfte man leider nur an einer dafür vorgesehenen Stelle aussteigen und sich nicht weit entfernen. Fotografieren durfte man nur ohne Zoom, filmen war verboten, was mich jedoch nicht störte.

Den anschließenden Besuch in einer Parfüm-Fabrik fand ich persönlich uninteressant. Ich nutzte die Zeit vor allem zum Chatten. Danach ging es weiter zum unvollendeten Obelisken. Das war dann wieder deutlich interessanter. Hier machte ich wieder viele Fotos. Auffällig ist, dass man bei allen Sehenswürdigkeiten durchleuchtet wird, ähnlich wie an einem Flughafen. Bei mir mit dem ganzen technischen Equipment piepst es immer, was aber bislang niemanden interessiert hat. Offenbar sind die Kontrollen eher symbolisch und theoretischer Natur.

Unterwegs verfolgte ich auch die UMTS-Verfügbarkeit. Diese ist nicht mit der Versorgung deutscher Städte vergleichbar. Richtung Staudamm war das 3G-Netz sehr schnell weg. Lediglich im Innenstadtbereich und am Hafen funktioniert es gut.

Zurück auf dem Schiff  unternahm ich weitere Tests mit der solomo-Karte. Mark brauchte erneut zwei Anläufe, um mich zu erreichen, Henning kam eine Stunde später gar nicht durch und rief dann auf United Mobile an. Ich konnte mit solomo auch nicht rauswählen. Ich buchte mich manuell bei Etisalat ein und siehe da, jetzt klappte es. Erreichbarkeit 100 Prozent und auch abgehende Gespräche kamen sofort zustande. Die Sprachqualität war ebenfalls sehr gut. Nachteil: vistream hat kein Daten-Roaming mit Etisalat, so dass man sich für jede Online-Session manuell zu MobiNil umbuchen muss.

Am Nachmittag stand eine ausführliche Stadtrundfahrt auf dem Programm, die uns unter anderen zu einer orthodoxen Kathedrale, zu einer islamischen Moschee, auf den Markt sowie zum Sonnenuntergang zum höchsten Punkt Assuans führte. Unterwegs hatte ich auch Gelegenheit, einen Mobilfunk-Shop von Vodafone zu besuchen. Dort überwogen einfachere Handy-Modelle. Für Business-Kunden entdeckte ich auf den ersten Blick zur ein Smartphone von HTC. Vorgeführt wurde auch UMTS-Internet mit Laptop und PCMCIA-Modemkarte.

Das erste EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft habe ich am Abend fast verschlafen. Ich war schon gegen 21.00 Uhr im Bett, zumal es am nächsten Tag bereits um 03.00 Uhr weiterging. Zwischendurch habe ich aber doch noch den 2:0-Erfolg gegen Polen mitbekommen. Ausgerechnet das UMTS-Internet von Vodafone, das ich mit der United-Mobile-Karte nutzte, machte extrem schlapp. Nicht einmal für Instant Messaging reichte die Performance aus. Mit der solomo-Karte im MobiNil-Netz gab es das Problem dagegen nicht.

Montag, 9. Juni 2008

So richtig geschlafen hatte ich in dieser Nacht nicht. Gegen 03.10 Uhr quälte ich mich aus dem Bett, zumal es um 04.00 Uhr tatsächlich mit dem Bus nach Abu Simbel losging. Dort gibt es zwei Tempel, wobei mich die Fahrt durch die Sahara und die Grenznähe zum Sudan noch mehr interessierten.

Wir fuhren stadtauswärts und kamen zu einer ersten Polizeikontrolle. Danach stellten sich alle Reisebusse, die ebenfalls den Weg nach Süden antreten wollten, zu eine, Konvoi mit Polizeigeleit auf. Bis zum südlichen Ende der Stadt gab es weitere Polizeikontrollen. Danach wurde es ruhiger. Der Konvoi wurde dann auch nicht mehr ganz so ernst genommen und die Busse fuhren schnell, teilweise weit auseinander und sie überholten sich gegenseitig. Ansonsten war kaum Verkehr, so dass man beide Fahrspuren der gut ausgebauten Teerstraße nutzen konnte.

Etwa 40 Kilometer vor Abu Simbel gab es eine weitere Polizeikontrolle. Hier standen auch einige LKWs, die geradeaus weiter in den Sudan wollten (bis zur Grenze waren es noch 45 Kilometer), während wir links nach Abu Simbel abbogen. Vor der Stadt gab es erneut eine Polizeikontrolle, vor der Einfahrt zu den Tempeln noch eine weitere. Wirklich ernsthaft kontrolliert wurden wir aber nie.

Kurz nach 07.00 Uhr erreichten wir die Tempel, gegen 09.45 Uhr reisten wir wieder ab. Das war genug Zeit für eine ausführliche Foto-Session, zumal mal hier im Inneren der Tempel nicht fotografieren durfte. Neben Außenaufnahmen der Tempel erfreute ich mich auch der Landschaft und des Nasser-Stausees in unmittelbarer Nähe.

Auf dem Rückweg nach Assuan war es hell und so konnte ich auch in der Sahara einige Fotos machen. Die Wüste erinnert etwas an die Namib, wobei ich im Gegensatz zur Namib keine Tiere gesehen habe. Der Grenzübergang zum Sudan war nun geschlossen.  Keine Ahnung, warum. Vielleicht muss man sich hier auch einem Konvoi anschließen.

Man kommt im Straßenverkehr übrigens auch zurecht, wenn man der arabischen Sprache nicht mächtig ist. Alle wichtigen Hinweisschilder sind zweisprachig:  Arabisch und Englisch. Auch auf Mobilfunkversorgung muss man in der Sahara nicht verzichten. Zwischen Assuan und Abu Simbel gibt Vodafone das beste Bild ab. Das Netz ist nahezu durchgehend ausgebaut und hat an einer Stelle mitten in der Wüste sogar EDGE-Abdeckung. Das ist die bislang einzige BTS mit EDGE, die ich im ägyptischen Vodafone-Netz bislang entdeckt habe.

MobiNil hat einige kleinere Funklöcher, ist aber meistens auch vertreten, während Etisalat unterwegs nicht vorhanden ist. In Abu Simbel ist aber auch dieses Netz wieder zu empfangen.

Nach dem Mittagessen machte ich einen ausgiebigen Mittagsschlaf, der nach der kurzen Nacht auch dringend nötig war. Um 16.00 Uhr ging es mit einem kleinen Boot auf dem Nil auf eine Insel mit einem botanischen Garten, wo ich erneut zahlreiche Fotos machte. Danach meldete ich mich für den Ausflug in ein nubisches Dorf ab, der morgen abermals recht früh stattfindet. Dreimal hintereinander vor dem Wachwerden aufstehen muss ja im Urlaub nicht unbedingt sein.

Das Abendessen kürzte ich ab und danach hatte ich mich auch direkt hingelegt. Zwischendurch verfolgte ich noch die Keynote von Steve Jobs zum neuen iPhone 3G. Ganz abschalten kann ich halt auch im Urlaub nicht, zumal das ja auch wirklich sehr interessant ist.

Dienstag, 10. Juni 2008

Heute war ich irgendwie überhaupt nicht fit. Schon beim Wachwerden fühlte ich mich wie gerädert und total schlapp. Allerdings konnte ich auch nicht so gut schlafen wie in den Nächten davor. Irgendwie funktionierte die Klimaanlage nur halb, so dass es nicht kühl genug war.

Gut dass ich den Ausflug ins nubische Dorf gestrichen hatte. So legte ich mich nach dem Frühstück und bis zum Mittagessen wieder hin. Danach schlief ich weiter bis zum späten Nachmittag. Unterdessen hatte das Schiff abgelegt und wir fuhren zurück Richtung Luxor.

Nach einem Kaffee wagte ich mich doch noch für eine Stunde an Deck, wo es dank des Windes auch nicht so heiß und somit recht angenehm war. Erneut beobachtete ich auch die Mobilfunk-Versorgung. Mit solomo war ich ja nun bei Etisalat eingebucht. Dieses Netz hatte ich zuvor nicht beobachtet. Die Überraschung war groß:  Etisalat ist in dieser Gegend das am besten ausgebaute Netz. Fast überall zeigte das Nokia E51 Vollausschlag an.

Nach dem Abendessen ging ich recht bald schlafen. So bekam ich gar nicht mehr mit, wann wir Luxor erreicht hatten. Angeblich soll es gegen Mitternacht gewesen sein.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Als ich aufwachte, konnte ich zunächst gar nicht glauben, dass wir in Luxor sind. Das fest ins ägyptischen Vodafone-Netz eingebuchte United-Mobile-Handy hatte fast keinen Empfang. Doch in der Tat, wir waren in Luxor und meine Kabine war ganz einfach im Funkschatten. An UMTS war nicht zu denken und selbst GSM ging nicht so richtig gut. MobiNil und Etisalat waren dagegen gut zu empfangen.

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus zum Karnak-Tempel. Das dürfte eine der größten Tempel-Anlagen sein, die wir in diesen Tagen besichtigt haben. Die Zeit reichte nicht aus, um alle Fotos so zu machen, wie ich es gerne gemacht hätte. Danach besuchten wir noch ein Papyros- und ein Schmuck-Geschäft - für mich weniger spannend, aber immerhin konnte ich unterwegs in der Stadt einige Fotos machen.

Der Vormittags-Ausflug klang mit einem Besuch des Luxor-Tempels aus. Dieser ist recht zentral gelegen und auch noch gut erhalten. Ich machte wieder zahlreiche Fotos und die 2-GB-Speicherkarte meiner Digitalkamera war so voll wie niemals zuvor. Für alle Fälle hätte ich aber noch eine weitere Karte mit 1 GB  Kapazität im Gepäck.

Nach dem Mittagessen ruhte ich mich etwas aus. Danach bekamen wir bereits die Informationen für die Abreise, die morgen bzw. in der Nacht auf Freitag ansteht. Nachmittags gab es dann eine Fahrt mit einer Pferdekutsche durch die Stadt. Diese Fahrt dauerte eineinhalb Stunden und war sehr beeindruckend. Insbesondere einen Markt wie den in Luxor habe ich noch nie gesehen. Das hat wirklich Spaß gemacht.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Die letzte Nacht auf dem Schiff war für mich die Hölle. Aus Platzgründen legen in Assuan und Luxor oft mehrere Schiffe direkt nebeneinander an. So müssen die Leute aus den "hinteren Schiffen" auch jeweils durch die "vorderen Schiffe" gehen, wenn sie an Land gehen wollen. Ausgerechnet gestern Abend legte nun auch an unserer Seite ein anderes Schiff an. Dessen Motor war speziell im Umfeld meines Zimmers so laut, dass ich kein Auge zugemacht habe. So bin ich gegen Mitternacht auf das Sonnendeck gegangen - dort war es ruhiger als in der Kabine - und habe den Sternenhimmel und den Blick auf Luxor genossen.

Gegen 02.30 Uhr nahm ich erneut einen Anlauf zum Einschlafen. Mehr als ein gelegentliches kurzes Einnicken war aber nicht drin. Um 05.00 Uhr war schließlich schon Wecken angesagt, da um 06.00 Uhr der letzte Ausflug startete. Ich konnte keinen Bissen essen und auch nur wenig Kaffee trinken, aber immerhin saß ich pünktlich im klimatisierten Bus zum Tal der Könige, das sich am westlichen Nil-Ufer befindet, während das Schiff auf der Ostseite vor Anker liegt, wo sich auch der Hauptteil der Stadt befindet.

Das Tal der Könige lohnt sich nicht nur wegen der Königsgräber (in denen man leider nicht fotografieren darf), sondern auch wegen der wunderschönen Berglandschaft. Oben auf den Bergen sieht man auch zwei Mobilfunk-Basisstationen, die das Tal versorgen. Vodafone glänzt mit Abwesenheit, MobiNil und Etisalat sind gut zu empfangen.

Nach der Besichtigung holte ich das Frühstück nach und aß - vielleicht nicht ganz typisch für 09.00 Uhr am Vormittag - eine Pizza. Danach ging es nach der Besichtigung eines Handwerksbetriebs noch zum Hatshepsut-Tempel. Dort war es extrem heiß. Das erinnerte mich von den Temperaturen her sehr an den Besuch des Great Zimbabwe National Monuments bei  Masvingo vor knapp acht Jahren. Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, auch hier zu fotografieren.

Auf dem Rückweg zum Schiff machten wir bei den Colossi of Memnon Halt. Die meisten Leute hatten keine Lust mehr, aber ich legte auch hier noch eine Fotosession ein. Auf dem Schiff legte ich mich schlafen und wachte auch erst zur Kaffeezeit wieder auf.

Den Nachmittag nutzte ich, um Abschied vom Sonnendeck zu nehmen. Der Abend gehörte dann dem Fußball. Beim Abendessen bekam ich per WAP-Ticker das deutsche Desaster gegen Kroatien mit, danach schaute ich das spannende Spiel der Österreicher auf dem Nachbarschiff wo sogar ZDF-Empfang realisiert wurde.

Wenige Minuten nach dem Abpfiff wurden wir mit dem Bus zum Flughafen gebracht. Dieser erinnerte mich sofort an die Türkei, denn direkt nach dem Betreten des Terminals gab es die erste Sicherheitskontrolle. Später gab es noch eine zweite, doch trotz meines technischen Equipments wollte niemand den Inhalt meiner Taschen sehen. Dann könnte man sich die angeblichen Kontrollen eigentlich auch sparen.

Freitag, 13. Juni 2008

Zu nachtschlafender Zeit gegen 02.30 Uhr hob die Maschine ab. Dieses Mal schlief ich während des Großteils des Fluges. Die restliche Zeit nutzte ich erneut, um Radio-Mitschnitte zu hören. Gegen 06.30 Uhr waren wir in Düsseldorf, wo es etwas dauerte bis wir unsere Koffer hatten. Dann fuhren wir mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und weiter mit dem ICE nach Frankfurt und mit dem Regionalexpress nach Gelnhausen. Vormittags waren wir wieder zu Hause und die erste Reise ins nördliche Afrika war zu Ende.

Fotos dieser Reise gibt es hier!